Geschichte der Ökumenischen Seniorenkantorei

Der Domkapellmeister Michael Witt (*1940 – †2012), Theologe und Kirchenmusiker, gründete 2006 - nach Beratung mit den für die Kirchenmusik in Stadtmitte zuständigen Gremien der evangelischen und der katholischen Kirche – die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin.
Das Musizieren mit chorerfahrenen Sängerinnen und Sängern, die wegen der Altersgrenze aus ihren Chören ausschieden, und das Anliegen der Ökumene waren seine Motivation. Geprägt durch 30 Jahre kirchenmusikalische Arbeit an der St. Hedwigs-Kathedrale, mit außergewöhnlichen Kenntnissen der Liturgie beider christlicher Kirchen und mit einem guten Augenmaß für das entsprechende Repertoire begann Michael Witt die Arbeit mit dem Chor.
Seine Musikinterpretation war begründet in theologischem Sachverstand und tiefem Glauben. Dadurch waren Proben und Aufführungen in Gottesdiensten und Konzerten nicht nur musikalische Freude, sondern immer auch Bereicherung in religiösen Fragen.
Michael Witt hatte zahlreiche Kontakte zu hervorragenden Musikerinnen und Musikern, die wiederholt mit der Ökumenischen Seniorenkantorei zusammen gearbeitet haben. Sein organisatorisches Talent, der persönliche Einsatz und nicht zuletzt Strenge und Konsequenz des Chorleiters waren Voraussetzungen, dass das Repertoire im Laufe der Jahre erweitert werden konnte und der Chor mit anspruchsvollem Klang das Lob Gottes in evangelischen und katholischen Kirchen verkündete.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Michael Witt darüber hinaus viel Wert auf eine gute Chorgemeinschaft legte, die bei geselligen Stunden, bei Chorfahrten, Jubiläen oder anderen festlichen Anlässen gepflegt wurde.

Michael Witt
Michael Witt


Dies zeigt sich auch in den von ihm organisierten jährlichen Reisen zu anderen Gemeinden in der Republik – und diese Tradition wird auch von seinem Nachfolger KMD Konrad Winkler weitergeführt und ist immer noch noch ein fester Bestandteil der Choraktivitäten.

Im Pfarreiarchiv des Klosters Neuzelle fand Michael Witt diverse Manuskripte, u.a. auch die „Messe in G-Dur“ von R.P. Joseph Leiffer. Dieses Manuskript der Messe war nach intensiven Aufbereitungen durch Michael Witt, 2011, nach mehr als 250 Jahren, Grundlage der Wiederaufführung in Neuzelle unter seiner Leitung.
Diese Messe wird seit 2018 vom ortus Musikverlag mit der ISMN 979-0-502341-14-5, om251/1 (Partitur) verlegt. Aus dem Vorwort der Partitur von Ekkehard Krüger erfahren wir:
Bei den mit dem Namen von Michael Witt verknüpften Bemühungen um eine Wiedernutzung der Musikalien aus dem Pfarreiarchiv kommt Leiffers Messe eine Pionierrolle zu.