Tagebuch 2015

25. Januar 2015, Gottesdienst in Sankt Ludwig, 10719 Berlin

Am 3. Sonntag im Jahreskreis - so die Bezeichnung im katholischen Kirchenjahr - war der Chor unter Leitung von KMD Konrad Winkler zu Gast bei der Eucharistiefeier um 12:00 Uhr in der Gemeinde St. Ludwig in Berlin-Wilmersdorf.
Der Zelebrant, Pater Josef Schulte (OFM), wies einleitend darauf hin, dass dieser Sonntag der letzte Tag der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ sei und sich daher die Mitwirkung des ökumenischen Chores sehr gut füge. Neben vielen theologischen Diskussionen sei das gemeinsame Gebet der Kirchen um tiefere Einheit bei aller Verschiedenheit von großer Bedeutung.

Mit Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der „Missa antiqua“ von Wolfram Menschick  (1937-2010), Gloria (a cappella) von M. K. Čiurlionis (1875-1911), Halleluja von P. H. Erlebach (1657-1714) und dem Liedsatz Wunderbarer König von Arnold Mendelssohn (1855-1933) sowie der a-cappella-Komposition Der Herr behüte dich von Zoltán Kodály (1882-1967) hat der Chor, begleitet durch den Organisten der Gemeinde, Herrn Norbert Gembaczka, den Ablauf der hl. Messe feierlich gestaltet.

Der kräftige Gesang der Gemeinde, die die Kirche bis auf den letzten Platz füllte, ergänzte das musikalische Gebet.
Der Chor wurde beschenkt mit einer gegenwartsbezogenen Predigt über den Evangeliumstext Mk 1,14-20, gehalten von Diakon Dr. Matthias Remeny, und mit einer Bachfuge (C-Dur), die Herr Gembaczka zum Auszug spielte und der auch viele der Gottesdienstbesucher noch lauschten.

M.S.

8. Februar 2015, Gottesdienst in St. Marien, 10178 Berlin

Am Sonntag Sexagesimae gestaltete die Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler den Gottesdienst um 10.30 Uhr in St. Marien, Stadtmitte. Hauptliturg, Sup. Bertold Höcker, erwähnte bei der Begrüßung von Gemeinde und Chor, dass sein Vorgänger im Amt, Sup. a. D. Lothar Wittkopf, seit kurzem in der Seniorenkantorei mitsinge und somit „nur den Platz im Kirchenraum gewechselt habe“. Er hieß den Chor herzlich willkommen.

Das Repertoire für den Gottesdienst war folgendes:
- Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele, a-cappella, eine Komposition nach Psalm 57, v. Bernhard Klein (1793-1832), ehem. Mitglied der Berliner Singakademie und Musikdirektor an der Universität Berlin
- Kyrie eleison, Sanctus und Agnus Dei aus der „Missa antiqua" von Wolfram Menschick  (1937-2010)
- Wohl denen, die da wandeln, nach Psalm 119, v. Heinrich Schütz (1585-1672), gesungen im Wechsel mit der Gemeinde
- Jauchzet dem Herrn, alle Welt (vierstimmig) von Felix Mendelssohn Bartholdy  (1809-1847)
- Der Herr behüte dich, a-cappella, von Zoltán Kodály (1882-1967).
Daniel Clark an der Orgel begleitete den Chor und erfreute alle Anwesenden durch das beeindruckende Spiel von Werken von H. Scheidemann, L. Vierne und J. S. Bach.

Während des Gottesdienstes wurde Ulrich Seelemann als Prädikant des Ev. Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte eingeführt. Er predigte anschließend über Lukas 8,4-15 und interpretierte das Gleichnis vom Sämann nicht als Evangelium des Versagens - weil nicht jeder Samen aufgeht, sondern als Symbol dafür, dass wir als Menschen nicht perfekt sind, aber Gott sich unserer Unvollkommenheit annimmt.

M.S.

8. März 2015, Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale

Die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler, zusammen mit Domorganist Thomas Sauer, übernahm am Dritten Fastensonntag, dem Sonntag Oculi, die musikalische Gestaltung des Hochamtes um 10.00 Uhr. Herr Sauer setzte die nuancenreiche Klangfülle der Klaisorgel ein, um bei
- Kyrie eleison, Sanctus und Agnus Dei aus der „Missa antiqua"
   von Wolfram Menschick  (1937-2010) den Chor zu begleiten.

   Die vom Chor gesungenen a-cappella Kompositionen
- Christus ward für uns, ward für uns gehorsam bis zum Tod am Kreuz
   Antiphon, von Felice Anerio (1560-1614)
- Meine Augen sehen stets auf den Herrn
   nach Psalm 25,15, von Konrad Winkler, 1993 und
- Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele
   nach Psalm 57, von Bernhard Klein (1793-1832)
waren jeweils der Gabenbereitung, der Kommunion und dem Schluss zugeordnet.

Chor und Gemeinde waren im runden Raum der Kathedrale miteinander im guten Kontakt. Doch die räumliche Verbundenheit war das eine. Die geistige Verbundenheit kam zum Ausdruck in den ausschließlich aus der Ökumene ausgewählten Liedern, in den herzlichen Begrüßungsworten des Zelebranten, Domprobst, Dr. Stefan Dybowski, in seinem an den Chor gerichteten Dank und vor allem in der Fürbitte, mit der er unserer vor kurzem verstorbenen Chorschwester Gerlinde Redzig gedachte, die viele Jahre auch im Chor der St. Hedwigs-Kathedrale gesungen hat.
In seiner Predigt zum Lesungstext Ex 20,1-17 erläuterte der Domprobst in anschaulicher Sprache am Beispiel des fünften Gebotes den Geist der zehn Gebote. Nicht der Buchstabe ist schon alles; es gilt zu schauen, was sich dahinter verbirgt. In diesem Sinne ermutigte er zu einem Vorsatz für die noch verbleibenden Wochen der Fastenzeit.

M.S.

22. März 2015, Familiengottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche in Berlin-Charlottenburg

Das Evangelium des 5. Fastensonntages, Joh 12, 20-30, erzählt das Gleichnis vom Weizenkorn mit seinen beeindruckenden, für einen Familiengottesdienst besonders gut geeigneten Bildern. Pater Respondek feierte diesen Gottesdienst mit der Gemeinde, und die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler gestaltete ihn musikalisch. An den Orgeln - der Hauptorgel und der transportablen Orgel - begleitete DMR Martin Ludwig. Passend zum Evangeliumstext sang der Chor zur Gabenbereitung den von K. Winkler 1992 vertonten Satz Wenn das Weizenkorn. Es kamen außerdem zu Gehör:

Einleitend - a-cappella - die Antiphon nach Psalm 43 Richte mich Gott (unbekannter Meister 1568);

zur Kommunion - a cappella - ein feierlicher Chorsatz, der dem portugiesischen König João IV (1604-1656) zugeschrieben wird. Es handelt sich dabei um eine Strophe aus dem alten lateinischen Hymnus Pange lingua (um 540), die mehrfach selbständig vertont worden ist und oft in der Karfreitagsliturgie gesungen wird;

zum Abschluss – Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele nach Psalm 57 von Bernhard Klein (1793-1832).

Beim Kyrie eleison, Sanctus und Agnus Dei aus der „Missa antiqua“ von Wolfram Menschick  (1937-2010) wurde der Chor von M. Ludwig begleitet.

„Wer singt, betet doppelt“ - so Pater Respondek in seinen Dankesworten an den Chor; aber auch der Chor ist der Gemeinde für das gemeinsame Gebet dankbar. Und nicht zuletzt sei erwähnt, dass der Chor anschließend noch zum gemeinsamen Fastenessen eingeladen wurde.

M.S.

Bericht im Berliner Chorspiegel Heft 176, März 2015

Dr. Dietmar Hiller hat in der Märzausgabe des Chorspiegels, einer Zeitschrift des Chorverbandes Berlin e.V., die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin vorgestellt.

2015-04-08_Bericht im Chorspiegel
Märzausgabe des Chorspiegels 2015

6. April 2015, Hl. Messe in St. Dominicus, Berlin Gropiusstadt

Unter Leitung von KMD Konrad Winkler und begleitet von Organist Christian Wünschel gestaltete die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin die Messe am Ostermontag in der überfüllten Kirche der Pfarrei St. Dominicus. Es war ein lebendiger, einladender Gottesdienst einschließlich Taufe, in den sich die feierliche Musik des Kyrie eleison, Gloria , Sanctus und Agnus Dei der „Missa antiqua" von Wolfram Menschick  (1937-2010) gut einfügte. Der Ruf vor dem Evangelium wurde umrahmt von dem freudigen Halleluja von Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714), zur Kommunion sang der Chor Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele von Bernhard Klein (1793-1832). Im Wechsel mit der Gemeinde wurde zum Ausgang GL 759, Preis dem Todesüberwinder (Satz von Michael Witt, 1940-2012) gesungen, und das kraftvolle Orgelnachspiel gab Gemeinde und Chor die Osterfreude mit auf den Heimweg.

Eine kleine Herausforderung für die Gemeinde und nicht zuletzt für den Chor war die Çmusikalische' Katechese von Gemeindereferentin Christina Brath. Die Gottesdienstteilnehmenden waren angefragt, in den Fußspuren der Jünger von Emmaus, die für alle sichtbar dargestellt waren, mehr als nur Fußspuren zu sehen. Heraus kam, dass es sich um den Hallelujavers des Liedes Gelobt sei Gott im höchsten Thron (GL 328) handelte, mit dem jede Strophe abschließt. Ganz ohne Hilfestellung wurde die Aufgabe nicht gelöst; dennoch erlebten alle eine spannende Methode der Interpretation des Evangeliums.

M.S.

19. April 2015, Hl. Messe in St. Marien Liebfrauen, Berlin-Kreuzberg

Inmitten großer Mietshäuser steht die in Anlehnung an Kirchen der Spätromanik im Jahre 1905 errichtete St. Marien-Liebfrauen-Kirche. Ihr freundlich renovierter Innenraum wird bestimmt durch ein breites Mittelschiff und zwei schmale Seitenschiffe.

Am 3. Sonntag in der Osterzeit hatte die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler zusammen mit Organist i. R. Rudolf Kossek in dieser Pfarrkirche die musikalische Gestaltung der Hl. Messe übernommen. Die Probe vor dem Gottesdienst gab ausreichend Gelegenheit, sich stimmlich auf den großen Raum vorzubereiten.

Beim Einzug von Pfarrer Ulrich Kotzur und der Messdiener sang der Chor, auf den Altarstufen stehend, a cappella den Satz nach Psalm 100 Jauchzet dem Herrn alle Welt v. Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Das Ordinarium (gleich bleibende Teile der Hl. Messe), d.h. Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei, entnahm der Chor der „Missa antiqua“ von Wolfram Menschick (1937-2010) und wurde dabei von Chormitglied und Organistin i. R. Angela Jaenicke auf einer transportablen Orgel begleitet. Der Ruf vor dem Evangelium wurde ergänzt durch das feierliche Halleluja von Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714), die Kommunion wurde von R. Kossek mit Orgelmusik begleitet. Im Wechsel mit der Gemeinde sang der Chor zum Schluss GL 759 Preis dem Todesüberwinder (Satz von Michael Witt, 1940-2012).
Die Predigt zu Lk 24, 35-48 zeugte von der Aufregung und der Freude der Jünger Jesu über die Auferstehung des Herrn und über die Zeichen, die er ihnen gab, damit sie die Schrift verstehen.

I.L./M.S.

25. Mai 2015 (Pfingstmontag), Hochamt in der Katholischen Pfarrkirche St. Marien, Neuzelle

In aller Frühe des Pfingstmontags machte sich der Chor auf den Weg nach Neuzelle. In der reich ausgestalteten Klosterkirche einen Gottesdienst musikalisch begleiten zu dürfen ist sowohl Privileg als auch Herausforderung, denn die vielen Altäre im Hauptschiff der Kirche machen die Aufstellung und das gemeinsame Musizieren von Chor, Solisten und Orchester besonders auch für den Dirigenten nicht einfach. Pünktlich zu Beginn des Hochamtes wurde der hohe Kirchenraum vom Sonnenlicht durchstrahlt.

Zeugnis geben, Zeugen des Glaubens sein - das war das Thema dieses Pfingstgottesdienstes, sowohl in den Texten der Heiligen Schrift: der Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 8) und dem Evangelium nach Lukas (Lk 10, 21-24) als auch in der Predigt von Pfarrer Ansgar Florian. Er sprach von der Begeisterung der ersten Glaubenszeugen bei der Verbreitung der Botschaft Jesu.

Ebenso verwies er darauf, dass in diesem Gottesdienst ein musikalisches Glaubenszeugnis, eine Messe, zu Gehör gebracht wird, die vor ca. 250 Jahren in Neuzelle entstand: Die Messe in D, komponiert von dem Neuzeller Musiker Johann Sigismund Grabe (1731 - 1808). Erstmals nach ca. 250 Jahren wurde diese Messe wieder gesungen! Pfarrer Florian erinnerte daran, dass Domkapellmeister Michael Witt († 2012), Gründer der Ökumenischen Seniorenkantorei, vor vier Jahren bei seinen Nachforschungen im Archiv des Klosters u. a. auf die Noten dieser Messe gestoßen sei.
Unter der Leitung von KMD Konrad Winkler brachten der Chor, die Solisten Susanne Hammer (Sopran), Irene Schneider (Alt), Volker Nietzke (Tenor) und Tobias Hammer (Baß), begleitet von Instrumentalisten und von Dr. Wolfgang Flügel an der Orgel, die Messe in D zu Gehör. Der Kirchenraum wurde beim Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei erfüllt von der ausdrucksstarken Musik und von andächtigen, klaren, zarten Melodieführungen besonders bei solistischen Partien.

Auch nach der Heiligen Messe gab es Begegnungen mit Zeugnissen des Glaubens. Der Chor bekam von Pfarrer Florian eine detaillierte Erklärung der Pfarrkirche und wurde von ihm durch die Ausstellung der Neuzeller Passionsdarstellungen vom Heiligen Grab geführt. Diese Bühnenbilder mit szenischen Darstellungen der Passion stammen aus der Zeit nach 1750 - also aus jener Zeit, in der auch die Messe in D von J. S. Grabe komponiert wurde.
Die beiden Szenen Judaskuss und Kreuztragung sind seit März 2015 - nach 12jährigen Restaurierungsarbeiten - in einem modernen, eigens dafür eingerichteten Museum aufgebaut. Sie lassen erahnen, welcher künstlerische und geistliche Schatz noch auf die Restaurierung wartet, denn es gibt eine große Anzahl weiterer Leinwände und Holztafeln.

Nach allem geistigen und geistlichen Genuss hatten Sänger und Instrumentalisten eine Stärkung verdient. Beim Grillen, anfangs noch bei schönem Wetter, fing es an zu regnen, so dass sich alle unter dem schützenden Dach des Pfarrhauses versammelten, wo auch ein heißer Kaffee von der Neuzeller Gemeinde vorbereitet war. Dafür ein herzliches Dankeschön!
In dieser freundlichen Atmosphäre und in der schönen Anlage des Klosters machen das Musizieren und Verweilen Spaß. Die Einladung durch Pfarrer Florian für Pfingstmontag 2016 traf beim Chor auf offene Ohren.

M.S.

13. Juni 2015, Konzert in der Kirche Ss. Corpus Christi, Berlin-Friedrichshain

An diesem heißen Vorsommertag fanden sich alle Mitwirkenden - Solisten, Chor und Kammerorchester - in der wohltuend kühlen Kirche zunächst am Nachmittag zur Generalprobe ein. Zu noch früherer Stunde waren viele Helfer, an erster Stelle Chorleiter KMD Konrad Winkler, eifrig tätig, um die notwendigen technischen Vorbereitungen zu treffen.

Um 19:00 Uhr, zum Konzertbeginn, wurden alle Anwesenden von Herrn Jörg Kortmann, Mitglied des Kirchenvorstandes der Pfarrei Ss. Corpus Christi, freundlich begrüßt. Er machte aufmerksam auf die im Originalzustand erhaltene Steinmeyer-Orgel (1925) der Kirche, die im Moment nicht gespielt werden kann, aber in Kürze restauriert werden wird.

Einleitende Worte zum Konzert sprach Chormitglied Pfarrer Lothar Wittkopf. Er informierte über den Komponisten Johann Sigismund Grabe  (1731-1808), dessen Missa in D an diesem Abend erstmals wieder - seit ca. 250 Jahren - in Berlin aufgeführt wurde (s. auch ). J. S. Grabe, ein profaner Angestellter des Klosters Neuzelle mit der Aufgabe, die Küche zu beaufsichtigen und die Ernte zu registrieren (Kornschreiber), war auch - eher im Nebenamt und vermutlich für einige Stunden nur - als Musiker angestellt. Umso erstaunlicher, dass er wunderbare Werke komponierte, die die Menschen heute wieder in ihren Bann ziehen. Lothar Wittkopf erinnerte zudem an DKM Michael Witt, der diese Messe im Notenarchiv von Neuzelle "entdeckte", sie aber leider nicht mehr selbst für eine Aufführung bearbeiten bzw. einstudieren konnte. Die aufwendige Bearbeitung des vorhandenen Notenmaterials wurde dankenswerter Weise von Musikwissenschaftler Dr. Bernhard Schrammek im Kontakt mit Herrn KMD Konrad Winkler übernommen. Die Aufführung an diesem Abend wurde zu einem „wichtigen Wegpunkt der chorischen Arbeit" (L. Wittkopf) der Ökumenischen Seniorenkantorei.

Für die Einstudierung gebührt dem Chorleiter KMD Konrad Winkler großer Dank; in gleicher Weise anerkennend sei der Beitrag hervorgehoben, den die Chormitglieder Katharina Behrens durch die vielen Einzelproben mit den Frauenstimmen und Angela Jaenicke durch die unermüdliche Übernahme der Korrepetition an den meisten Probenabenden geleistet haben. Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Aufführung der Messe in D und ebenso der zweiten Kostbarkeit des Abends, der Kantate 172 "Erschallet, ihr Lieder" von Johann Sebastian Bach (1685-1750), möglich wurde.

Den Solisten Susanne Hammer (Sopran), Irene Schneider (Alt), Volker Nietzke (Tenor), Tobias Hammer (Bass), dem Kammerorchester und Herrn Dr. Wolfgang Flügel, der an der Truhenorgel das Continuo spielte, sei auch an dieser Stelle noch einmal gedankt. Die Solisten haben mit ihren stimmlichen Leistungen große Teile der beiden Werke gestaltet und den Kirchenraum mit der wunderbaren barocken Musik erfüllt. „Gott zur Ehre, uns zur Freude" (L. Wittkopf) - das strahlte der Abend aus, auch in den Gesichtern der Mitwirkenden, wie eine Zuhörerin es nach dem Konzert ausdrückte.
Dieses musikalische Erlebnis können Sie von der CD mit der Missa in D und der Kantate Erschallet, ihr Lieder nachhören. Bei Interesse sprechen Sie uns an.

M.S.

14. Juni 2015, Gethsemanekirche, Berlin-Prenzlauer Berg: CHORMODERN

Nach dem Konzert am Vortag blieb kaum Zeit zum Atemholen, denn die Ökumenische Seniorenkantorei war einer der elf angekündigten Chöre für das Chorkonzert CHORMODERN mit Werken zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten, das vom Evangelischen Kirchenkreis Berlin Stadtmitte veranstaltet wurde.

Unter Leitung von KMD Konrad Winkler sang die Ökumenische Seniorenkantorei den ersten Beitrag des Abends, die Missa antiqua von Wolfram Menschick  (1937-2010). KMD Kilian Nauhaus, Kantor und Organist der Französischen Friedrichstadtkirche, begleitete den Chor an der Truhenorgel. Ein Teil der Chormitglieder hörte den weiteren acht Beiträgen zu - zwei Chöre hatten abgesagt - und berichteten von sehr interessanten, lebendigen Chorwerken der Moderne und Postmoderne, mit denen sich die Chöre vorstellten.

M.S.

21. Juni 2015, Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale, Berlin-Mitte

An diesem sommerlichen Sonntag, dem 12. Sonntag im Jahreskreis, hatte die Ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler die musikalische Gestaltung des Hochamtes um 10.00 Uhr in der St. Hedwigs-Kathedrale übernommen.
Es ist wohl nicht übertrieben, von einer außergewöhnlich feierlichen Begleitung der Eucharistiefeier zu sprechen.
Die Messe in D von Johann Sigismund Grabe (1731-1808) für Chor, Solisten und Orchester (s. auch die Berichte vom 25.05.2015, St. Marien, Neuzelle und vom 13.06.2015, Konzert in Ss. Corpus-Christi) konnte den meisten Gottesdienstteilnehmern noch nicht bekannt sein, da sie vom Chor nach „Entdeckung" des Notenmaterials und dessen Bearbeitung für eine Aufführung erst zum dritten Mal gesungen wurde, wobei der Chor von Mal zu Mal an Gestaltungssicherheit gewonnen hat.
Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei erklangen in bewährter Besetzung mit den Solisten Susanne Hammer (Sopran), Irene Schneider (Alt), Volker Nietzke (Tenor) und Tobias Hammer (Bass) und mit Herrn Dr. Wolfgang Flügel an der Truhenorgel.

Der Zelebrant, Domkapitular Msgr. Martin Pietsch, legte den Evangeliumstext des Sonntags Mk 4, 35-41 an Hand einer Zeichnung von Schwester Sigmunda May aus, die den Titel „Sturm auf dem See" trägt. Die Situation, in der die Welle über das Boot schlägt und zu einer Gefahr zu werden droht, ist Sinnbild für unser Leben. „Aber warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?" ER ist bei uns, dies wird uns allen zugesprochen.
Zum Ausgang spielte Organist Dr. Florian Wilkes an der Klais-Orgel Präludium und Fuge h-Moll BWV 544. Es war eine Freude, der temperamentvollen Interpretation zu lauschen.
Einige Gottesdienstteilnehmer mit Instrumenten auf dem Rücken - an diesem Sonntag waren viele Teilnehmer der "Fête de la Musique" in der Stadt - schauten beim Hinausgehen interessiert in die Noten der Instrumentalisten des Kammerorchesters. Sicher auch ein Ausdruck dafür, dass die Messe von Grabe beeindruckt hat.

M.S.

5. Juli 2015, Abendmahlsgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Caputh

Am 5. Sonntag nach Trinitatis unternahm der Chor eine „Reise in den Süden". Alles dafür war sorgfältig vorbereitet. Seit dem frühen Morgen strahlte die Sonne am wolkenlosen Himmel, die Temperaturen stiegen von Stunde zu Stunde. Bei der Ankunft im Brandenburgischen Caputh spendeten die alten Bäume rings um die Evangelische Kirche - erbaut 1850-52 von Friedrich August Stüler - wohltuenden Schatten. In der Kirche selbst dann doch noch einmal ein kleiner Schock: Die erwartete Kühle war in Wirklichkeit schwüle, warme Luft, noch dazu auf der Empore, nahe dem wunderschönen „Sternenhimmel“, der in Gestalt der Kassettendecke recht nahe war. Pfarrer Hans-Georg Baaske begrüßte den Chor in aller Herzlichkeit und so war von Anfang an eine gemeinschaftliche Atmosphäre für die Feier des Abendmahlsgottesdienstes gegeben.

Der Chor sang unter Leitung von KMD Konrad Winkler und begleitet von Angela Jaenicke am E-Piano die „Missa antiqua" in Es-Dur von Wolfram Menschik  (1937-2010) und nach der Lesung, im Wechsel mit der Gemeinde, „Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren …", einen Chorsatz von Herbert Hildebrandt (geb. 1935), dem Gründer und langjährigen Leiter der Berliner Domkantorei.

Pfarrer Baaske predigte zu 1. Buch Mose, Kap. 12, 1-4a. Abraham und Sarah brachen auf zu Neuem, da Gott ihnen seinen Segen zugesichert hatte. Der Segen, der den Menschen von Gott gegeben wird, wird dadurch zum Segen, dass er weitergegeben wird an andere.

An der 2005 wieder eingeweihten Orgel spielte Chorleiter Konrad Winkler. Die Orgel war durch Neuanfertigungen und Erweiterungen, aber unter Beibehaltung des historischen Orgelprospektes der ursprünglichen Schuke-Orgel, von der Halberstädter Orgelbaufirma Reinhard Hüfken aufwendig restauriert worden. Im Gegensatz zum Orgelvorspiel zu Beginn der Gottesdienstes „Lobe den Herrn" von Hans Friedrich Micheelsen (1902-1973) fiel das improvisierte Nachspiel recht kurz aus.

Verständlich, denn der Chor wollte seine "Reise in den Süden" fortsetzen und pünktlich das Ausflugsschiff "Belvedere" erreichen, mit dem es dann über mehrere Havelseen bis zur Anlegestelle in Potsdam ging. Wasser, umsäumt von Schilf und Seerosen, Ausblicke auf gut besuchte Strandbäder und auf Kirchtürme, die über die Baumkronen hinausragten, auf vorbeifahrende Yachten und Boote, Gespräche miteinander, die eine Fortsetzung der gemeinschaftlichen Atmosphäre vom morgendlichen Gottesdienst spüren ließen - alles das war ein sehr schöner Abschluss der ersten Hälfte des Chorjahres und Auftakt für die Chorferien.

M.S.

23. August 2015, Abendmahlsgottesdienst in St. Marien, Berlin-Mitte

Am 12. Sonntag nach Trinitatis, kurze Zeit nach der dreiwöchigen Probenpause, war der Chor unter Leitung von KMD Konrad Winkler eingeladen, im Gottesdienst um 10.30 Uhr zu singen. Chorgesang, Daniel Clark an der Orgel und Gemeindegesang trugen zu einem bemerkenswert feierlichen Gotteslob an diesem Morgen bei.

Der Chor sang Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der orgelbegleiteten Messe f-Moll von Josef Rheinberger (1839-1901). K. Winkler erreichte durch sein konzentriertes Dirigat, dass der Chor die kraftvollen Töne und dann wieder sanften Wendungen der Chorpartitur mit großer Aufmerksamkeit in den weiten, vom Sonnenlicht durchfluteten Kirchenraum sang.
Das Lied "Nun lob mein Seel, den Herren…" - Satz von Sethus Calvisius (1556-1615) - wurde vom Chor im Wechsel mit der Gemeinde gesungen.

Daniel Clark, der bereits im Februar dieses Jahres bei einem Gottesdienst den Chor begleitet hatte, beeindruckte erneut durch sein Orgelspiel:
- zum Einzug: J. S. Bach (1685-1750) „Vater unser im Himmelreich" BWV 682
- zum Abendmahl u. a. den Bach-Choral „Schmücke dich o liebe Seele" BWV 654
- als Postludium: Saëns (1835-1921): Praeludium und Fuge Op. 99
Gebannt lauschten viele dem Orgelspiel.

Der Hauptzelebrant, Superintendent Bertold Höcker, predigte über Jesaja 29, 17-24. Er verwies darauf, dass Liebe und Hass Gefühle aller Kinder Gottes sind, die es wahrzunehmen gilt. Speziell auf das Gefühl des Hasses, das in der Verletzlichkeit des Menschen seinen Ursprung hat, muss der Mensch durch sein verantwortliches Handeln reagieren. Sich gegen den Hass und für die Liebe entscheiden - darin besteht die christliche Antwort. - Gut, dass die Schwere der Predigt eine ausgleichende Balance fand durch die wunderbare Musik.

M.S.

29. – 30. August 2015 - Chorfahrt nach Travemünde und Lübeck

Fast pünktlich - kurz nach 8 Uhr - konnte unsere 9. Chorfahrt beginnen. Wieder war das Busunternehmen Wiedmann gebucht worden, mit dem wir im vergangenen Jahr so gut gefahren waren. Der Bus war bis auf den letzten Platz besetzt.
In Travemünde angekommen, trabten alle mit den Noten im Gepäck los (der Bus parkte weit weg) und eroberten in kleinen Gruppen die Stadt. Jutta hatte uns Tipps gegeben, was man anschauen sollte, und Innenstadtpläne von Travemünde und Lübeck verteilt. Einige gingen zum Wasser und badeten, andere genossen die Aussicht auf die Trave-Mündung und die Stadt vom 35. Stock des Maritim (ca. 120 m hoch), Segel-Erfahrene besuchten die im Jahr 1911 gebaute Viermastbark "Passat", die seit 1960 ihren festen Liegeplatz im Priwallhafen hat.

Nach gut drei Stunden Freizeit mit Fisch trafen sich alle in der kath. Kirche St. Georg: Einsingen, Akustik testen und Üben des Programms, also innere Vorbereitung auf den Gottesdienst.

Die Vorabendmesse in der 1963 erbauten, freundlich modernen Kirche, feierte ein Paar mit, das zu seinem 50. Ehejubiläum den Segen des Pfarrers empfing.
Wir sangen die Messe f-Moll von Josef Rheinberger (1839 - 1901). Die einzelnen Teile der Messe wurden nach und nach in den Ablauf des Gottesdienstes eingefügt. Pfarrer Läken, sichtlich beeindruckt von den Nachrichten über die letzten Flüchtlingskatastrophen, predigte sehr eindringlich.

Chor (in den Kirchenbänken vorn) und Orgel (Olga Persits von der Empore) hatten sich - mit Kantor Winklers Hilfe - nach der kurzen Vorbereitungszeit gut zusammengefunden.
Die Gemeinde bedankte sich für den musikalisch bereicherten Gottesdienst mit Beifall.

Unser Busfahrer brachte uns zum Hotel "Tryp Aquamarin", wir erhielten den Zimmerschlüssel und erschienen sofort zum Abendbuffet. Ordentlich reihten wir uns in die Schlange ein und nahmen dann von den Köstlichkeiten.
Gut gestärkt und leicht ermattet wandten wir uns dem Kulturprogramm zu. Es ist toll, dass es dabei immer Überraschungen gibt. Eine gekonnte kabarettistische Einlage spielte Gila als Küsterin. Wir waren begeistert von ihrem Schauspieltalent, das keiner vermutet hatte, und von den Texten.
Harald erzählte uns in Reimen, wie wichtig oder unwichtig Pastoren, Kantoren und Sänger im Himmel sein werden.
Herbert trug ein Gedicht so schauspielerisch vor, dass wir es erst spät als Eugen Roth erkannten.
Der Abend war wunderbar und wurde mit etwas Gesang abgerundet.

Am Sonntag ging es mit allem Gepäck per Bus zur Aegidien-Kirche, der kleinsten der Lübecker Kirchen. Der Organist Eckhard Bürger erwartete uns schon. Nach erstem Staunen über den Anblick des Kircheninneren und des prächtigen Orgelprospekts ging es ans Proben. Die Akustik war etwas schwierig, da wir in einer Seitennische standen und der Orgelklang „um die Ecke" zu uns kam.

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Die Ökumenische Seniorenkantorei in St. Aegidien in Lübeck 2015

Eingeleitet wurde der Gottesdienst mit dem Präludium D-Dur von Antonin Dvořák (1841-1904).
Auch hier wurden die einzelnen Teile der Messe f-Moll von Josef Rheinberger nach und nach in den Gottesdienst eingefügt. Das Credo wurde von uns in Latein gesungen; anschließend wurde es von der Gemeinde in Deutsch gesprochen.
Pfarrer Baltrock predigte über das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und darüber, dass in jahrhundertealter Tradition im Christentum das Helfen verankert sei.

Nach dem Segen erklang die Fuge D-Dur von Dvořák, die den Gottesdienst sehr schön abrundete – Pfarrer und Gemeinde dankten uns und bedachten uns mit Beifall.

In den noch zur Verfügung stehenden Stunden nach dem Gottesdienst schwärmten wir wieder in kleineren Gruppen aus, um Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Einige erreichten den Open Air Stadtrundfahrtbus, andere machten eine Stadtrundfahrt per Schiff.
Zum Ende der Freizeit trafen wir uns in der St. Marienkirche und natürlich beim Marzipankönig Niederegger.

Am Abend waren wir glücklich und bereichert mit neuen Eindrücken wieder zurück in Berlin. Thomas Wiegmann hatte uns sicher an allen Staus vorbei gefahren.

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Die Ökumenische Seniorenkantorei bereit zur Heimfahrt aus dem schönen Lübeck 2015
 

Herzlicher Dank sei den Vorbereitern der Chorfahrt gesagt und natürlich Konrad Winkler, unserem Chorleiter.

ChW/IL

25. September 2015, Französische Friedrichstadtkirche, Berlin

Unser Chor war eingeladen, der „Ökumenischen Tagung zum ehrenamtlichen Engagement in Kirche und Gesellschaft" eine kleine musikalische Einstimmung zu geben. Kantor Winkler, unter dessen Leitung wir auch hier sangen, hatte die Variationen von Franz Schöggl im Stile verschiedener Komponisten über Schuberts Lied herausgesucht.
(In einem Bächlein helle, da schoß in froher Eil, die launische Forelle vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade und sah in süßer Ruh des muntern Fischleins Bade im klaren Bächlein zu.)
Wir eröffneten die Veranstaltung mit den Variationen im Stile Schuberts Die launige Forelle, Mozarts Eine kleine Nachtforelle und Beethovens Zur Ehre der Forelle.
Anschließend lauschten die Teilnehmer den angekündigten Vorträgen, wir konnten uns zurücklehnen.
Nach der Mittagspause mit sehr schmackhaftem Essen (danke!) sangen wir auf Wunsch nochmal Zur Ehre der Forelle, dann die Wolga-Forelle (man konnte die Donkosaken hören) und den Fischfang mit Lis(z)t.
Das Schicksal der Forelle war bei allen Variationen das gleiche: sie glitt eine zeitlang geschickt am Angelhaken vorbei, hing dann aber nach etlichen Manövern doch fest daran.

Der Kanon Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen (10-stimmig gesungen) beschloss unser kleines Programm, die Tagung wurde fortgesetzt.

IL

27. September 2015, Gottesdienst mit Abendmahl im Berliner Dom, Berlin-Mitte

An dem sonnigen Morgen des 17. Sonntags nach Trinitatis war Berlin wegen des Marathonlaufes schon in Bewegung, als sich die Mitglieder der Ökumenischen Seniorenkantorei im Berliner Dom einfanden, um sich gesanglich auf den Gottesdienst vorzubereiten. Unter der Leitung von KMD Konrad Winkler und mit der Begleitung von Domorganist Andreas Sieling probte der Chor zunächst und sang dann an mehreren Stellen des Gottesdienstes.
Prof. Sieling lud den Chor ein, im Geiste des Wochenspruchs Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat (1 Johannes 5, 4c) die Musik zu hören, die er an der Orgel mit „Victimae paschali" 1. Teil (zur Eröffnung) und 2. Teil (zum Abschluss) von Charles Tournemire  (1870 - 1939) zu Gehör brachte.

Der Chor sang aus der Messe f-Moll von Josef Rheinberger (1839 - 1901) Kyrie und Sanctus an den entsprechenden Stellen des Gottesdienstes und während des Abendmahls aus dieser Messe Gloria, Benedictus und Agnus Dei.
Außer der Antiphon Gott sei gepriesen, sein Name … mit Auszügen aus Psalm 25 und dem Halleluja sang der Chor im Wechsel mit der Gemeinde das Lied EG 446 Wach auf, mein Herz, und singe, und zwar die Strophen 1, 3, und 8 in der Vertonung von K. Winkler (2007).
Die Liturgin des Gottesdienstes, Pfarrerin Dr. Petra Zimmermann, predigte zu Mt 15, 21-28, zu jener Textstelle, die so eindringlich berichtet vom starken Glauben der kanaanäischen Frau, der Fremden sozusagen, die wegen ihrer kranken Tochter ihren Hilfeschrei um Erbarmen an Jesus richtet, und vom unerträglich wirkenden Schweigen Jesu. Der Text des Evangeliums wurde mit den ganz aktuellen Sorgen und den ungelösten Problemen der Flüchtlingsfragen eng verwoben. In ihrem „Glauben, der noch im Schweigen Gottes das Vertrauen in ihn setzt, wird sie (die Fremde) zum Vorbild für uns" - so Zimmermann.

Die Fürbitten nahmen im Herr, erbarme dich diesen Schrei auf und enthielten Bitten für die Flüchtlinge, für ihre Helfer und für die Politiker, dass sie zu guten Entscheidungen kommen mögen.

Dank und Segen gingen über in das kraftvolle Orgelspiel von Domorganist Sieling, das faszinierte und den Wochenspruch in der Tat beeindruckend interpretierte.

M.S.

1. November 2015, Hl. Messe am Hochfest Allerheiligen (31. Sonntag im Jahreskreis) in der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche in Berlin-Moabit

Wer noch Zweifel an praktizierter Ökumene hatte, konnte sie an diesem Sonntag zerstreuen. Die Ökumenische Seniorenkantorei unter Leitung von KMD Konrad Winkler hatte es übernommen, den Gottesdienst zum Hochfest Allerheiligen in der katholischen Gemeinde St. Laurentius musikalisch zu gestalten. Doch diese Gemeinde hat im Moment "kein Haus", da ihre Pfarrkirche St. Ansgar für drei Monate wegen Innensanierung geschlossen ist. ÇHerberge' schenkt ihr in dieser Zeit die evangelische Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, wo sie ihre Sonntagsmesse früh um 9.30 Uhr, vor dem evangelischen Gottesdienst, feiern kann. Ökumene - aus dem Griechischen stammend - bedeutet übrigens „Haus".

Die Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche wurde 1957 im Rahmen der Interbau fertig gestellt. Sie steht auf den Grundmauern der 1943 im Krieg zerstörten Kirche gleichen Namens.

Die Lieder, die Chorsätze zu Worten aus den Psalmen, die Texte der Lesung und des Evangeliums (Mt 5, 1-12a - Beginn der Bergpredigt) und die Gebete - alles erzählte davon, "… dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist" (1 Joh 3, 1-3).
Pfarrer Dr. Ernst Pulsfort erinnerte in seiner Predigt daran, dass das Gedenken der Heiligen zutiefst verbunden ist damit, dass Heiligkeit einen jeden von uns etwas angeht. Jeder müsse aufstehen und ans Werk gehen, denn die Kirche, die in einer Krise steckt, braucht Heilige, d. h. Menschen unserer Zeit, die sich um Heiligkeit bemühen.

Von Heinrich Schütz  (1585 -1672) erklangen zum Zwischengesang der Chorsatz O Herr hilf (SWV 297), dessen strahlendes Hosianna das Lob des HERRN feierlich ausdrückt, und zur Gabenbereitung - im Wechsel mit der Gemeinde - Wohl denen, die da wandeln .
Von Felix Mendelssohn Bartholdy  (1809 - 1847) sang der Chor nach der Predigt Wirf dein Anliegen auf den Herrn (Quartett aus dem „Elias", op. 70). Aus der Messe G-Dur von Josef Rheinberger  (1839-1901) sang der Chor Sanctus und Agnus Dei.
Zur Kommunion erklang der Choral von Max Reger  (1873 -1916) Dein Wort, o Herr, wohnt weit und ewig im Himmel.

Der Chor wie auch der gesamte Gottesdienst wurden von Kirchenmusikerin Martina Ludwig an der Orgel sicher und einfühlsam begleitet, und sie erfreute zum Auszug die Gottesdienstbesucher mit dem Allegro aus der Orgelkantate C-Moll von F. M. Mendelssohn Bartholdy. Ihr sei ein herzliches Dankeschön gesagt.
Der Gemeinde gilt ein Dankeschön für die Türkollekte, die - ebenso wie der zuvor gespendete Beifall - Ausdruck der Wertschätzung des Chorgesanges war.

M.S.

19. November 2015, Wahl des neuen Chorrates

Am 19.04.2012 hatten wir für einen Zeitraum von 3 Jahren einen Chorrat gewählt. Aus verschiedenen Gründen verspätet haben wir nun die notwendige Wiederwahl durchgeführt.
Es kandidierten 9 Personen, von denen erneut 7 gewählt wurden.
Wir hatten uns vor der Wahl wieder darauf geeinigt, dass die anderen 2 Personen automatisch Nachrücker sind und im Bedarfsfall ein Mitglied des Chorrates vertreten werden.
An der Wahl haben sich 56 von 67 Chormitgliedern beteiligt.

Es wurden in den Chorrat gewählt:
Schmidt, Werner (B)
Dr. Bartke, Dorothea (A)
Jutta Becker (S)
Dengler, Helga (S)
Dubrowsky, Harald (B)
Lillge, Barbara (A)
Wittkopf, Lothar (T)

gewählte Vertreterinnen sind:
Ebeling, Almut (S)
Kranich, Christa (T)

Aufgabenverteilung im Chorrat:
Vorsitzender: Werner Schmidt
Stellvertretender Vorsitzender: Harald Dubrowsky
Schriftführer: Helga Dengler
Kassenführer: Barbara Lillge, Dr. Dorothea Bartke
Öffentlichkeitsarbeit: Lothar Wittkopf
Organisation Reisen und Feste: Jutta Becker, Werner Schmidt, KMD Konrad Winkler
Organisation Noten: KMD Konrad Winkler

Im Hintergrund sind als Web-Master:
Ilse Lindemann und Harald Dubrowsky (wird sich einarbeiten) tätig.

IL

6. Dezember 2015, Andacht und Adventsfeier der Evangelischen Kirchengemeinden Auferstehung und Galiläa-Samariter in Berlin-Friedrichshain

Am 2. Adventssonntag war der Chor unter Leitung von KMD Konrad Winkler zu 14.00 Uhr in die Auferstehungskirche eingeladen zur Mitwirkung an der Andacht und zur Teilnahme an der sich anschließenden Adventsfeier. Die Gemeindemitglieder hatten pünktlich an den adventlich geschmückten und eingedeckten Tafeln im Kirchenraum Platz genommen. Es waren weit über 100 Personen, Junge, Alte, kleine und größere Kinder, so dass kaum ein Platz unbesetzt blieb. Vor Beginn der Andacht hat K. Winkler bereits mit der Gemeinde den Kanon zu drei Stimmen Gloria, soli Deo gloria von Paul Kickstat (1893 - 1959) eingeübt, der dann während der Andacht im Anschluss an Psalm 24 von Gemeinde und Chor gesungen wurde.

Der Chor eröffnete mit O Herr, hilf, ... von Heinrich Schütz (1585 - 1672), SWV 297, und wurde dabei von Kantorin Ulrike Blume begleitet, die insgesamt für die musikalische Begleitung in dieser Andacht zuständig war. Pfarrerin Kathrin Herrmann begrüßte alle Anwesenden und lud noch einmal zum Innehalten und zur Feier ein. Vor der Ansprache von K. Herrmann sang der Chor a capella die Motette Maria durch ein Dornwald ging von Hugo Distler (1908 - 1942), und nach der Ansprache, ebenfalls von Distler, Mit Ernst, o Menschenkinder, Strophen 1 und 3, wobei die Strophen 2 und 4 in der Melodie von EG 10ö zusammen mit der Gemeinde gesungen wurden.

In ihrer Ansprache erwähnte Pfarrerin K. Herrmann die Bedeutung des Nikolaustages und des Adventskranzes mit den vier Kerzen. Im Lesungstext aus Jakobus 5, 7-8, heißt es: „So seid nun geduldig bis zum Kommen des Herrn". Doch - so die Mahnung der Pfarrerin - geduldig sein darf nicht mit abwarten verwechselt werden, weder im gesellschaftlichen Umfeld - und hier erinnerte sie an die Bemühungen um eine Begrenzung der Erderwärmung - noch im religiösen Bereich. In dieser Zeit des Advents, der Erwartung - nicht des Abwartens! - geht es um die Stärkung der Herzen, um Vertrauen zum Leben zu gewinnen. Zum Ausklang wurde mit der Gemeinde die Jahreslosung 2016 in der Vertonung von K. Winkler als Kanon gesungen: Gott spricht: Ich will euch trösten, wie eine Mutter tröstet (Jes 66,13).

Die Andacht fand ihre Fortsetzung in der gemeinsamen Adventsfeier bei Kaffee, Plätzchen und Kuchen. Für diese Möglichkeit des Beisammenseins sei der Gemeinde vom Chor herzlich gedankt.

M.S.

25. Dezember 2015, Gottesdienst in St. Marien, Berlin-Mitte

Am 1. Weihnachtsfeiertag sang die Ökumenische Seniorenkantorei unter der Leitung von Konrad Winkler im Gottesdienst um 10:30 Uhr in St. Marien. Das milde Wetter mit der strahlenden Sonne schien eher einen Frühlingstag als weihnachtliche Stimmung anzukündigen. Doch in der festlich geschmückten Kirche wurde durch das warme Licht an den Christbäumen und die roten Weihnachtssterne an der Krippe dieser Eindruck schnell korrigiert. Organistin Martina Kürschner, die auch den Chor begleitete, eröffnete den Gottesdienst mit ihren Variationen über das Lied Herbei, o ihr Gläubigen, das nach dem Orgelspiel von der Gemeinde gesungen wurde (Text nach Adeste fidelis).

Zur musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes durch den Chor kamen folgende Werke zu Gehör:
O Herr, hilf, o Herr, lass wohl gelingen, Kleines geistliches Konzert von Heinrich Schütz (1585-1672), mit dem strahlenden Hosianna, SWV 297
Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der Messe G-Dur von Josef Rheinberger (1839-1901)
Das Wort ward Fleisch von Max Reger (1873-1916) und
Tröstet mein Volk von Eduard Nößler (1863-1943).

Im Wechsel mit der Gemeinde sang der Chor das Weihnachtslied Ich steh an Deiner Krippen hier - Strophen 1, 3 und 9 Chor, Strophen 2 und 4 Gemeinde (Text: Paul Gerhardt, Melodie: J. S. Bach). Dieses innige Weihnachtslied passte zu den dezenten Baumlichtern, die es überdies schwer hatten, sich gegenüber dem Sonnenlicht zu behaupten. Zum Abschluss des Gottesdienstes überraschte M. Kürschner, als sie mit ihrer Improvisation über dieses Lied noch einmal darauf zurückkam und aus der so innigen Weise einen Jubelgesang für das neugeborene Kind in der Krippe kreierte. Ihr dynamisches Spiel konnte mithalten mit dem hellen Sonnenlicht, das immer noch durch die hohen Fenster der Marienkirche schien.

Pfarrer Eric Haußmann sprach in seiner Predigt zum Brief des Paulus an Titus 3, 4-7 über den guten, in unserer reichen Gesellschaft aber oft auch übermäßig strapazierten Brauch des Schenkens. Er schlug vor - in Anlehnung an Paulus - Freundlichkeit, Menschenliebe, Barmherzigkeit, Erneuerung, Gnade und Hoffnung zu verschenken, alles Geschenke, die, wenn man sie bekommt, gut geeignet sind, sie nicht für sich zu behalten, sondern weiterzuschenken.

M.S.