Tagebuch 2018

28. Januar 2018, Hochamt in St. Mauritius, Berlin-Lichtenberg

Am 4. Sonntag im Jahreskreis gestaltete die ökumenische Seniorenkantorei unter Leitung von KMD Konrad Winkler in St. Mauritius den Sonntagsgottesdienst, der von Gemeindepfarrer Msgr. Winfried Onizazuk gemeinsam mit den Gläubigen gefeiert wurde. Eine erstaunlich große Schar Messdienerinnen und Messdiener war im Chorraum um den Altar versammelt. Der Chor sang von der Orgelempore aus.

Der Chor sang die Missa Simplex von Hans Haselböck (geb. 1928, österreichischer Organist und Komponist) mit den Ordinarien Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei. An der Orgel begleitete uns Kantorin i. R. Angela Jaenicke.

Zur Kommunion sang der Chor a cappella die Psalmmotette Von allen Seiten umgibst du mich (Psalm 139) von Johannes Petzold (1912-1985).

Ralph Fischer, Organist der Gemeinde, begleitete den Gemeindegesang. Im Wechsel mit der Gemeinde wurde das Lied Gelobet seist du, Jesus Christ gesungen, wobei der Chor die Strophen 1, 3 und 5 (Chorsatz: Konrad Winkler, 2016) übernahm. Ralph Fischer intonierte zum Ausgang Postlude von Alexandre Guilmant (1837 – 1911).

Pfarrer W. Onizazuk predigte über das Evangelium aus Markus 1, 21-28. In dieser Schriftstelle wird berichtet, wie Jesus in der Synagoge lehrte. Msgr. Onizazuk betonte, dass Jesu Wirken sich nicht in Worten allein erschöpfte, sondern dass seinen Worten auch Taten folgten. Die Vollmacht der Worte Jesu erweist sich darin, dass durch seine Worte sogar dämonische Mächte ausgetrieben wurden. Für die Gläubigen bedeute dies, dass sie eingeladen sind, die Rede von Gott stets auch mit konkretem Handeln zu verbinden.

Ein Dankeschön des Chores ergeht an die Gemeinde St. Mauritius für die Türkollekte und für die Einladung zum Kaffee im Anschluss an das Hochamt.

M.S.

11. Februar 2018, Gottesdienst in St. Marien, Berlin-Mitte

Estomihi - Sei mir ein Fels - so der Name dieses Sonntags, an dem die ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter ihrem Leiter KMD Konrad Winkler zusammen mit dem Landeskirchenmusikdirektor Prof. Dr. Gunter Kennel an der Orgel die musikalische Gestaltung der liturgischen Feier übernommen hatte. Am Gottesdienst nahmen eine große Gemeinde und Vertreter des Jerusalemsvereins teil, ebenso Pfarrer Dr. Munther Isaak, Pfarrer in Bethlehem und Pfarrer Eric Haussmann von St. Marien.

Die souveräne Begleitung der Chorstücke durch Dr. Kennel an der Orgel gaben dem Chor für das z. T. neu einstudierte Programm die notwendige Sicherheit.

LKMD Kennel spielte zur Eröffnung das Ritornell aus dem Praeludium c-moll von J. S. Bach (1685-1750), BWV 546, das er hinführte zur Nr. 1 der Kantate Gehet zu seinen Toren ein von Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749).
Nach Beendigung des Chorstücks nahm Kennel das Ritornell noch einmal auf, und so ergab sich eine beeindruckende Verbindung von Orgelspiel und Chor, ehe die Gemeinde von Pfarrer Haußmann begrüßt wurde.

Das Repertoire des Chores im Verlauf des Gottesdienstes beinhaltete außerdem
zum Gloria: Aus der o. g. Kantate Nr. 5, Choral Dein ist allein die Ehre ;
während der Kollekte: Johann Nicolaus Hanff (1665-1711): Aus der Kantate Gott sei uns gnädig den Eingangschor und den Schlusschor;
während des Abendmahls: G. H. Stölzel: Kantate Der Herr ist mein Hirte , Eingangschor (Nr. 1) und den Choral (Nr. 6);
Johannes Petzold (1912-1985), a cappella, Von allen Seiten umgibst du mich.

Pfarrer Dr. Munther Isaak, christlicher Palästinenser und weltweit unterwegs, um über das palästinensische Christentum zu sprechen, ist u. a. Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land. Er predigte zu Amos 5,21-24. Recht und Gerechtigkeit - wo sind sie heute und welche Rolle spielen sie in unserem Leben? Sinnentleerte Rituale können zu einem Problem werden. „Sind wir so engagiert und leidenschaftlich, eine gerechte Welt zu erreichen, wie sich Gott dies von uns wünscht? … Der Einsatz für Gerechtigkeit ist mehr als Gaben an die Armen“ - so Pfarrer Isaak. Die sich anschließenden Fürbitten waren eine große Bitte an Gott, denen nahe zu sein, die ausgeschlossen sind oder kaum Chancen haben, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt, und den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft beizustehen, damit sie ihre Entscheidungen im Sinne von Recht und Gerechtigkeit treffen.

Zum Auszug konnten Chor und Gemeinde der Fuge c-moll BWV 456 lauschen und waren Herrn Dr. Kennel dankbar, mit dieser so kraftvoll intonierten Musik in den Sonntag entlassen zu werden.

M.S.

25. Februar 2018, Pontifikalamt in der St. Hedwigs-Kathedrale, Berlin-Mitte

Am 2. Fastensonntag feierte der Erzbischof Dr. Heiner Koch von Berlin zusammen mit einer großen Gemeinde ein Pontifikalamt, in dem 31 Religionslehrerinnen und Religionslehrern zum Abschluss ihrer Ausbildung die Missio canonica verliehen wurde, die sie berechtigt, künftig an den verschiedensten Schulen der Diözese Religionsunterricht zu erteilen. Ein im Zentrum der Kathedrale aufgehängtes großes Kreuz aus Plexiglas, in dem sich das Sonnenlicht und die elektrische Beleuchtung spiegelten, gab dem Kirchenraum eine ungewohnte Atmosphäre. Das Kreuz war in ständiger Bewegung und zog durch die wechselnden Lichtreflexe die Aufmerksamkeit auf sich. Es soll verdeutlichen, dass durch das Kreuz hindurch Licht aufstrahlt.

Die musikalische Gestaltung der liturgischen Feier hatte Domorganist Thomas Sauer gemeinsam mit der ökumenischen Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler übernommen. Der Chor sang:
Kyrie, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der Missa Simplex (2010) des österreichischen Organisten und Komponisten Hans Haselböck.
Zwischen der 1. Lesung und der 2. Lesung:
Von allen Seiten umgibst du mich (Psalm 139, 1-10), a cappella, von Johannes Petzold (1912-1985).
Zur Kommunion: Aus der Kantate Gott sei uns gnädig von Johann Nikolaus Hanff (1665-1711) den Eingangs- und den Schlusschor.
Zur Danksagung: Aus tiefer Not , Strophen 1 und 3, Satz Konrad Winkler (2014).

In seiner Predigt wandte sich der Erzbischof in erster Linie an die Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Viele Fragen, die nicht nur die jungen Menschen bewegen, werden an sie gestellt werden, z. B.: Wozu sind wir auf Erden? Wo endet das Leben? Oft sind wir Menschen zu sehr „besetzt“ von der Gegenwart. Christen sollen Menschen auf dem Weg in die Zukunft sein und vor allem die Hoffnung in ihrem Leben zulassen - so Koch.

Zum feierlichen Auszug des Bischofs, der Priester, der Messdiener und der großen Gruppe der Religionslehrerinnen und Religionslehrer spielte Domorganist Sauer die Toccata aus der Sonate für Orgel von Johannes Weyrauch (1897-1977). Ihm zuzuhören, ist jedes Mal ein Geschenk.

M.S.

08. April 2018, Gottesdienst mit Abendmahl im Berliner Dom, Berlin-Mitte

Quasimodogeniti - wie die neugeborenen Kinder - mit diesem Namen erinnert dieser Sonntag an die Auferstehung Christi. Domorganist Prof. Andreas Sieling eröffnete mit Charles Tournemire (1870-1939) Improvisation sur le „Te Deum“ (1. Teil). Dompredigerin Dr. Petra Zimmermann begrüßte den Landesbischof aus Hannover, Ralf Meister, die ökumenische Seniorenkantorei unter ihrem Leiter KMD Konrad Winkler und alle Gläubigen, die an diesem sonnigen Morgen zum Gottesdienst gekommen waren. Wie gut fügte sich da auch das erste Lied ein, das die Gemeinde sang: „Frühmorgens, da die Sonn aufgeht …“ - EG 111!
Der Chor sang im ersten Teil des Gottesdienstes
Kyrie und Gloria aus der Missa Simplex (2010) von Hans Haselböck und die Motette zum Wochenspruch „Gelobt sei Gott“ (Satz K. Winkler, 1991).
Die Predigt hielt Landesbischof Ralf Meister zu Kolosser 2, 12-15. Er erinnerte an das „Drama“ der Karwoche, das schließlich in die Auferstehung mündet. Feiern wir da nicht etwas, was nicht zusammengehört? Wie gelingt es, dem Unglaublichen Glauben zu schenken? Der Evangeliumstext des Tages aus Johannes 20, 19-29 berichtet von Zweifeln und Skepsis des Thomas bei seiner Begegnung mit Jesus. Nicht sehen und doch glauben - warum diese Anstrengung? Der heutige Mensch will sich selbst erlösen (HOMO DEUS), macht Gott überflüssig. Auf Gottes Schweigen hören - das könnte eine Antwort sein.
Nach dem Abendmahlsgebet (Präfation) sang der Chor das Sanctus aus der Missa Simplex; zur Austeilung des Abendmahls das Agnus Dei aus dieser Messe und „Domine, ne secundum peccata nostra“ von Christian Geist (1640-1711).
Der Chorgesang wurde vom Domorganisten begleitet.

Zum Ausgang zog das Orgelspiel von Andreas Sieling mit der Improvisation sur le „Te Deum“ (2. Teil) von Charles Tournemire alle Zuhörer in Bann, denn seiner einfühlsamen, kraftvollen und immer wieder überraschenden Interpretation kann man sich nicht entziehen.

M.S.

10. Mai 2018, Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche, Berlin-Charlottenburg

Der Tag der Himmelfahrt des Herrn war von den äußeren Bedingungen gut geeignet für einen Festtag bzw. freien Tag inmitten der Woche. Bei sommerlichen Temperaturen machten sich die Mitglieder der Seniorenkantorei auf nach Charlottenburg zur Herz-Jesu-Kirche. Ein wenig gedämpft wurde die Sommerfreude bei dem Versuch, Chor und Instrumentalisten auf der durch eine Wendeltreppe zu erreichenden und wenig Platz bietenden Orgelempore unterzubringen. Mit Geduld und Umsicht fanden schließlich alle einen Platz. Kantor Martin Ludwig begleitete den Chor, der unter der Leitung von KMD Konrad Winkler den Gottesdienst festlich gestaltete.

Zur Aufführung kamen:
Hans Haselböck (geb. 1928): Missa Simplex: Kyrie und Gloria
Christian Geist (1640-1711): Domine ne secundum (Motette)
R. P. Joseph Leiffer (1712-1764): Missa ex G: Agnus Dei und Dona nobis pacem
Joh. Nik. Hanff (1665-1712): Aus Kantate: Chor Gott sei uns gnädigund Choral Es danke Gott
Im Wechsel mit der Gemeinde sang der Chor das Lied Ihr Christen hoch erfreuet euch(Chorsatz K. Winkler).

Die Mitwirkung von Inka Döring (Violoncello), Tabea Höfer (Violine 1), Dagmar Kubera (Violine 2), Mirjam Wittulski (Kontrabass) und Chang-Yun Yoo (Viola) bei den Werken von Ch. Geist und J. N. Hanff gaben beiden Werken klangliche Tiefe und Vervollständigung des Chorgesanges.

Pfarradministrator P. Krystian Respondek bezog sich in seiner Predigt sowohl auf die 1. Lesung aus der Apostelgeschichte 1-11 als auch auf das Evangelium Mk 16, 15-20. Durch Christi Himmelfahrt sind Himmel und Erde auf ewig verbunden worden. Jesus hat zwar von der Welt Abschied genommen, aber er hat den Menschen seinen Beistand versprochen durch die Kraft des Heiligen Geistes. Statt zum Himmel emporzuschauen, sind wir so in der Lage, unsere Welt in den Blick zu nehmen und es ist unser Auftrag, uns dem Nächsten zuzuwenden: „Gehet hin in alle Welt ...“

Mit Martin Ludwig an der Orgel erklang zum Ausgang die Fuge aus „Christ ist erstanden" von Rudolf Bibl (1832-1902). Gut vorstellbar, dass auch die Musik immer wieder ein Bindeglied zwischen Himmel und Erde ist.

M.S.

21. Mai 2018, Vormittag: Hl. Messe in der Stiftskirche St. Marien, Neuzelle

Pfingstmontag früh um 9.30 Uhr waren die Chormitglieder, die Solisten und Instrumentalisten, der Organist und der Leiter der musikalischen Darbietungen, KMD Konrad Winkler, in Neuzelle angereist und versammelten sich zur Probe auf der Empore der Klosterkirche. Der Gottesdienst begann um 10.30 Uhr.

Während des Gottesdienstes kamen zur Aufführung:
- R. P. Josephus Leiffer (1712-1764): Missa ex G: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus, Agnus Dei
- Johann Nikolaus Hanff (1665-1712): Kantate: „Gott sei uns gnädig"
Zum Abschluss des Gottesdienstes:
– Johann Sebastian Bach: Nun bitten wir den Heiligen Geist, BWV 385 (Orgel)

Die Solisten waren: Susanne Hammer (Sopran), Irene Schneider (Alt), Hans-Christian Braun (Tenor), Tobias Hammer (Bass).
Der Chor wurde bei beiden Werken begleitet von:
Tabea Höfer (Violine 1), Dagmar Kubera (Violine 2), Christian Raudszus (Violoncello), Mirjam Wittulski (Kontrabass), Chang-Yun Yoo (Viola). Dr. Wolfgang Flügel spielte das Continuo an der Truhenorgel. Für den Gemeindegesang wechselte er an die große Orgel der Kirche, an der er auch das Nachspiel intonierte.

Das Pfingstfest fand in dieser festlichen Messfeier seine Fortsetzung dank des Zelebranten und Predigers, Pfarrer Ansgar Florian, und dank aller musikalisch Mitwirkenden sowie der versammelten Gemeinde! Pfarrer Florian verwies in seiner Begrüßung auf den ehemaligen Kantor und Komponisten von Neuzelle, Joseph Leiffer, dessen Messe zu Gehör kam. Diese Komposition war zum ersten Mal nach 250 Jahren von der ökumenischen Seniorenkantorei im Jahre 2011 am gleichen Ort wieder aufgeführt worden, nachdem sie von DKM Michael Witt, dem Gründer des Chores, in der Musikkammer des Klosters entdeckt worden war.
Das Lob Gottes durch die festliche Musik und das Gebet - so Pfarrer Florian - ist an solchen Tagen etwas Besonderes. Es drückt Begeisterung für unseren Glauben aus und ist Stärkung für den Alltag. Darin liegt der Sinn solcher Feiertage, an denen sich die Menschen auf ihren Schöpfer beziehen.

Kurze Zeit nach dem Gottesdienst - scheinbar plötzlich - erklang klarer, getragener gregorianischer Gesang durch die Kirche: das Gebet der Zisterzienser, eine jahrhundertealte Tradition, die seit einiger Zeit dort wieder aufgenommen worden ist.

Die Mittagspause war zur Erholung da, bei guter Verpflegung und im traumhaften Ambiente des Klostergeländes, mit Blick auf die Oderniederung und den barocken Klostergarten. Aber die Zeit drängte, denn vor der musikalischen Vesper war eine Generalprobe angesagt.

Eine kleine Beobachtung am Rande: Auf dem Klosterhof konnte man Künstlern zusehen, die an Sandsteinblöcken unter dem Thema „Putten“ arbeiteten. Putten gelten volkstümlich als Vermittler zwischen Himmel und Erde. Neuzelle ist ein Ort, wo diese Vermittlung auf unterschiedliche Weise gelingen könnte.

M.S.

21. Mai 2018, Nachmittag: Musikalische Vesper in der Stiftskirche St. Marien, Neuzelle

Seltene musikalische Kostbarkeiten der Barockzeit - wurden mit folgenden Werken in der immer noch von Sonne durchfluteten Barockkirche aufgeführt und von kundiger Hand als Konzertmitschnitt für eine CD aufgezeichnet:

Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749)
Kantate „Gehet zu seinen Toren ein“
Kantate „Der Herr ist mein Hirte“
Valentin Rathgeber (1682-1750)
Missa „Cantate et psallite“
R. P. Joseph Leiffer (1712-1764)
Missa ex G
Christian Geist (1640-1711)
Motette „Domine, ne secundum peccata nostra“
Johann Nicolaus Hanff (1665-1711)
Kantate „Gott sei uns gnädig“

Die Mitwirkenden waren:
Chor, Solisten und Organist wurden bereits oben genannt. Die Orchesterbesetzung war wesentlich erweitert durch Instrumentalisten, die auf historischen Instrumenten spielten. Die Leitung hatte KMD Konrad Winkler.

Die Kirche war nahezu gefüllt mit Zuhörern. Nach der ersten Kantate begrüßte Pfarrer Florian die Besucher und gab einige Erläuterungen zu der Musik. Vor der Abschlusskantate betete er mit allen gemeinsam das „Vater unser“.
Eine Stunde und vierzig Minuten insgesamt - eine anspruchsvolle, lange Vesper voller wunderbarer Musik - den Solisten sei besonders gedankt! Mancher Besucher aus den letzten Reihen blieb dann doch nicht ganz bis zum Ende der Vesper.

Der Tag insgesamt war eine große Herausforderung und Anstrengung für die musizierende Gemeinschaft, zumal ja noch die zweistündige Rückreise anstand. Dennoch war es auch etwas Besonderes, einen kleinen Beitrag leisten zu dürfen zum Festprogramm des diesjährigen 750. Gründungsjubiläums von Kloster Neuzelle. Zahlreiche Konzerte, Lesungen, Symposien, Installationen usw. finden in dem Festjahr statt, und es wird die Wiederbesiedlung des Klosters gefeiert, das 1817 säkularisiert wurde. Seit dem vergangenen Jahr sind vier Zisterzienser aus dem Stift Heiligen Kreuz in österreich in Neuzelle eingezogen. Daher auch der beeindruckende gregorianische Gesang am Mittag in der Kirche (s. o.). Am 2. September soll die Wiedergründung des Klosters stattfinden. Ein historischer Augenblick!

M.S.

12. Juni 2018, Konzert in St. Marien, Berlin-Mitte

Das Sommerkonzert der ökumenischen Seniorenkantorei unter Leitung von KMD Konrad Winkler hat bereits Tradition, und wieder einmal fand es in der St. Marienkirche statt. Im vergangenen Jahr, ebenfalls im Juni, kamen Werke von Händel, Bach und Albinoni zur Aufführung. Der hohe gotische Raum der Marienkirche ist durch seine barocke Ausstattung - Orgelprospekt (1723), Kanzel (1703) und Altar (1762) - rein optisch gleichsam im Dialog mit der Musik des 18. Jahrhunderts. Die Werke, die in diesem Jahr zu Gehör kamen, waren im Programm angekündigt mit „Seltene musikalische Kostbarkeiten der Barockzeit“. Konrad Winkler hatte sie ausgewählt und mit Chor, Orchester und Solisten einstudiert:

Gottfried Heinrich Stölzel (1690-1749) Kantate „Gehet zu seinen Toren ein“
Kantate „Der Herr ist mein Hirte“
Johann Caspar Ferdinand Fischer (1662-1746) Missa „Sancti Dominici“
Johann Valentin Rathgeber (1682-1750) Missa „Cantate et psallite“
R. P. Josephus Leiffer (1712-1764) Missa „ex G“
Christian Geist (1640-1711) Motette „Domine, ne secundum peccata nostra“
Johann Nicolaus Hanff (1665-1711) Kantate „Gott sei uns gnädig“

Das Orchester mit historischen Instrumenten setzte sich zusammen aus 4 Ersten Geigen, 3 Zweiten Geigen, 2 Violen, 1 Violoncello, 1 Kontrabass, 1 Fagott, 2 Oboen und einer Blockflöte. Es begleitete - zusammen mit Andreas Wenske an der Truhenorgel - das gesamte Konzert. Allen ein Dankeschön!

Dankbar ist die Seniorenkantorei ebenso den Solistinnen und Solisten
Susanne Hammer - Sopran
Irene Schneider - Alt
Hans-Christian Braun - Tenor
Tobias Hammer - Bass
die an diesem Abend wesentlich dazu beitrugen, dem Lob Gottes die gebührende Andacht und Feierlichkeit zu verleihen.

Dem Programm war zu entnehmen, dass alle Beteiligten - auch die Zuhörer - mit dem Konzert vor einer nicht geringen Herausforderung standen. Es war keine Pause vorgesehen, und drei nacheinander zu musizierende Messen verlangten zudem große Aufmerksamkeit, um ihre jeweiligen Besonderheiten zu erkennen. So war es nicht verwunderlich, dass nach zwei Stunden der Schlusschor „Es danke Gott und lobe dich, das Volk in guten Taten …“ auffallend kräftig in dem großen Kirchenraum erklang. Nach der langen Anstrengung war dies für den Dirigenten, die Sängerinnen und Sänger und die Instrumentalisten ein Moment der Erleichterung und nicht zuletzt von Freude an den „Kostbarkeiten der Barockzeit“.

M.S.

01. Juli 2018, Hl. Messe in St. Michael, Berlin-Mitte

Am 13. Sonntag im Jahreskreis - oder auch 5. Sonntag nach Trinitatis - hatte die ökumenische Seniorenkantorei Berlin unter Leitung von KMD Konrad Winkler die musikalische Gestaltung der Hl. Messe in St. Michael übernommen. In dieser im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche finden die Gottesdienste im ehemaligen Querschiff statt. Der östliche Seiteneingang ist zum Haupteingang geworden, über dem sich die Orgelempore mit einer von der Firma Sauer 1960 errichteten Orgel befindet.

Zelebrant der Messfeier war Prälat Roland Steinke, die Orgel spielte Kantorin Elisabeth Beniczky-Nicolin.

Prälat Steinke hieß den ökumenischen Chor willkommen und wies darauf hin, dass in der Gemeinde St. Michael der Brauch besteht, am 1. Sonntag im Monat die Kommunion unter beiden Gestalten auszuteilen, und begrüßte diesen Brauch. Er erinnerte an Petrus Canisius (1521-1597), den katholischen Reformer und theologischen Berater von König Ferdinand I. Dieser hat in der Zeit der Auseinandersetzungen zwischen den Konfessionen das Gespräch mit evangelischen Theologen gesucht und z. B. in der Streitfrage um die damalige Praxis der Katholiken, das eucharistische Mahl ohne Kelchkommunion zu feiern, durchaus die Form der Feier in beiderlei Gestalten befürwortet.

Der Chor sang während des Gottesdienstes:
Kyrie, Gloria, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei aus der Missa Simplex (2010) von Hans Haselböck; Kantorin i. R. Angela Jaenicke begleitete an der Orgel.
Halleluja von Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714) zum Ruf vor dem Evangelium;
Heilig ist der Herr Gott Zebaoth von Johann Sebastian Bach (1685-1750) zur Kommunion;
Wohl denen, die da wandeln (H. Schütz, 1585-1672) und Sei gelobt und hoch gepriesen (Satz: K. Winkler, 2014), zur Danksagung bzw. zum Schluss, jeweils im Wechsel mit der Gemeinde.

Prälat Steinke predigte zum Evangeliumstext Markus 5, 21-43. Von zwei eigentlich hoffnungslosen Krankheitsfällen ist die Rede. Jesus heilt in beiden Situationen. Wie können wir heute mit diesem Text umgehen? Wir haben keine Antwort auf das Leid. Aber durch unseren Glauben wissen wir, dass Gott Anteil an unserem Leben nimmt. Steinke verglich es mit einem Wandteppich, der - von der Rückseite betrachtet - nicht verständlich ist, doch von vorn gesehen - den Zeitpunkt kennen wir nicht - die Zusammenhänge erkennbar machen wird.

Gemeinde und Chor lauschten dem freudigen Orgelnachspiel von Kantorin Beniczky-Nicolin: Gloria aus der Orgelsolomesse „Organoedia“ von Zoltán Kodály (1882-1967).

Bei Sonnenschein und gutem Essen, Gesang und Unterhaltung feierte der Chor im Garten des Langschiffes der Kirche, das noch in seinen Umfassungsmauern erkennbar ist, zusammen mit der Gemeinde den Abschluss des Chorjahres.

M.S.

15. – 16. September 2018 - Chorfahrt nach Eisenach

Samstag, 15.09.2018 Vorabendmesse in der katholischen Pfarrkirche St. Elisabeth
Sonntag, 16.09.2018 Dankgottesdienst 20 Jahre ökumenische Hospizgruppe Eisenach in der Nikolaikirche

Pünktlich und bei wunderbar spätsommerlichem Wochenendwetter begannen wir unsere diesjährige Chorfahrt mit dem Ziel: Wartburgstadt Eisenach. Thomas Wiegmann fuhr uns - wie gewohnt sanft und sicher in seinem gelben Bus über Autobahnen, Straßen und durch enge Gassen. Seine Frau Marion umsorgte uns während der Fahrten mit Getränken.

Wir erreichten unser Hotel in Eisenach-Stockhausen zu vorgesehener Zeit und hatten so vor dem Einsingen zur Messe schon einmal die Möglichkeit, uns ein bisschen in der Eisenacher Innenstadt umzusehen. Ein Ort, mit dem man Namen wie u.a. Elisabeth, Luther, Bach, Pachelbel, Telemann, Goethe, Richard Wagner, Mauersberger verbindet, hat schon eine besondere Atmosphäre!

In der neugotischen Pfarrkirche St. Elisabeth erwartete uns dann das schon öfter einmal auf Reisen erlebte kleine Chaos (wo singen? kein Organist), das sich aber dann in der Feier einer alle ansprechenden Messe auflöste: Der Chor sang von der Orgelempore, die eigentlich zu klein für die „Massen“ war, unser Kantor improvisierte das Orgelvorspiel, Angela Jaenicke begleitete Chor und Gemeinde. Wir sangen von Hans Haselböck die Missa simplex (2010); Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele von Bernhard Klein (1793-1832); immer wieder gern das Halleluja von Philipp Heinrich Erlebach (1657-1714); zur Kommunion Ave verum corpus natum von Edward Elgar (1847-1934). Mit der Gemeinde im Wechsel erklangen Geh aus, mein Herz und suche Freud ; Wohl denen, die da wandeln und Sei gelobt und hochgepriesen in Sätzen von Herbert Hildebrandt, Heinrich Schütz und Konrad Winkler. Pfarrer Bernhard Wehner sprach in eindrucksvoll einfachen Worten von einer der Hauptsorgen der Menschen heute, der mangelnden Gemeinschaft, und dass man diese Gemeinschaft nicht „zum Nulltarif“ erlangen könne. Für jeden gälte es im Laufe des Lebens auch, das Kreuz zu tragen. Zum 24. Sonntag im Jahreskreis wurden gelesen Jakobus 2, 14-18 und Markus 8, 27-35.
Der Chor beschloss die Messe mit Es wolle Gott uns gnädig sein von M. Greitter (1524).

Das Abendessen wurde im Augustiner Bräu eingenommen. „Nachttrunk und Klönen“ gab's dann in fröhlicher und gesprächiger Runde im Hotel.

Die Nacht endete abrupt gegen 5:20 Uhr mit einem durchdringend gellenden Dauerton, der alle in unterschiedlichster Bekleidung aus den Zimmern trieb: Fehlalarm der neuen Anlage, wie sich herausstellte. Die hatte das Brötchenaufbacken falsch verstanden. Offensichtlich wusste keiner den Alarm abzustellen, erst die Feuerwehr machte dem Spuk ein Ende.

Nach der abgekürzten Nacht, nach Frühstück und Auschecken ging es wieder in die Stadt.

In der im Kern spätromanischen Nikolaikirche (dreischiffige Basilika) mit ihren wunderbar gold-gelb leuchtenden Chorfenstern (Wolfgang Nickel) erwarteten uns Platz für den Chor im südlichen Seitenschiff, ein gedrucktes Programm und ein Organist (Gottfried Meyer), leider aber auch ein klanglich nicht überzeugendes elektronisches Instrument zur Begleitung. Konzentration und Engagement waren angesagt!

Der Dankgottesdienst an diesem Sonntag bildete den Abschluss von Feierlichkeiten zum 20jährigen Bestehen der ökumenischen Hospizbewegung Eisenach. Er stand unter dem Motto „Bedenken - Verweilen - Ausblicke wagen“.
Zu diesen Worten sprach eine Vertreterin der Hospizgruppe. Sie betonte, dass ihre Arbeit entscheidend mit Ehrenamtlichen begonnen hat und stetig erweitert worden ist.
Pfarrerin Dorothee Köckert richtete ihre Predigt an die Hospizmitarbeiterinnen. Anhand des Lesungstextes Lukas 9, 1-5 erinnerte sie daran, dass diese eine Lücke in der Betreuung sterbender Menschen in unserer Zeit füllten, ausgestattet nur mit innerer Ausrüstung und Stärke und aus der Gewissheit christlichen Glaubens heraus.
Pfarrer Bernhard Wehner von der St. Elisabethkirche brachte mit dem Ausruf „Wie konnten wir das nur vergessen“ Beispiele aus der Hospizarbeit, die auch die Arbeit mit den Trauernden im Blick hat und Respekt vor den Wünschen aller Beteiligten zeigt.
Wir sangen, vom Organisten Gottfried Meyer begleitet, Auf dich, o Herr, vertrauet meine Seele ; aus der Missa simplex das Kyrie und Gloria ; Ave verum corpus natum . Geh aus mein Herz und suche Freud und Wohl denen, die da wandeln mit der Gemeinde im Wechsel (die Diakonissinnen in der nicht voll besetzten Kirche sangen mitreißend strahlend und frisch) und als „Schlussmusik“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750) Heilig, heilig, heilig.

Nach der Pflicht die Kür:
Bis zum Treffpunkt am Bus blieb Zeit für Bachhaus, Lutherhaus, Stadtrundgänge oder Einkehr zur Stärkung. Dann ging's mit dem Bus zum Höhepunkt der Reise (411m üNN), zur Wartburg. Die letzten Höhenmeter vom Parkplatz aus werden mit Pendelbussen oder zu Fuß bewältigt. Von oben ein herrlicher Blick ins Land. Das inzwischen gut restaurierte und beeindruckende Gebäudeensemble bietet 1000 Jahre deutscher Geschichte und Kultur. Wir ließen uns führen und konnten gar nicht so viel aufnehmen, wie geboten wurde. Nach Durchschreiten der Kunstausstellung und Blick in die Lutherstube war klar: für die Wartburgstadt Eisenach und das Thüringer Land sollte man sich ein paar Tage Zeit nehmen!

Thomas Wiegmann fuhr die müde Schar sicher nach Hause und verlor seine gute Laune auch nicht, als ein Verkehrsunfall vor Potsdam uns eine Stunde Verspätung bescherte.
Es wurde noch einmal allen, die die Chorfahrt geplant und organisiert haben gedankt:
Dem Ehepaar Wiegmann, Jutta Becker, Werner Schmidt, Angela Jaenicke.

Dank sei vor allem auch unserem Kantor Konrad Winkler, der sicher auf die Stresstests gerne verzichtet hätte, sich aber dennoch nicht unterkriegen ließ!

Ch.W.

1. November 2018, Hl. Messe in St. Dominicus, Berlin-Gropiusstadt

Am Fest Allerheiligen feierte Pfarrer Karl-Albert Knichel zusammen mit der Gemeinde und dem Chor den Abendgottesdienst. In seinen einleitenden Worten verwies er darauf, dass die Heiligen Menschen sind, deren Anliegen es war, Liebe zu leben, und dass sie im Verständnis unseres Glaubens bei Gott sind, von ihm verwandelt, wie es im Johannesbrief 3, 1-3 (2. Lesung des Tages) heißt.

Der Chor sang unter Leitung von KMD Konrad Winkler
zum Eingang: im Wechsel mit der Gemeinde, Erfreue dich Himmel … (Satz K. Winkler, 2018)
zum Kyrie: Kyrie (W. A. Mozart, KV 90, 1771)
zum Gloria: Herr, Gott, dich loben wir … (W. A. Mozart, 1788)
als Ruf vor dem Evangelium: Alleluja (H. Schütz, 1628)
zur Gabenbereitung: Ave verum (Edward Elgar, 1857-1934)
zur Kommunion: Schmecket und sehet … (H. v. Herzogenberg, 1843-1900).
Begleitet wurden Chor- und Gemeindegesang von Kantor i. R. Wolfgang Tretzsch, der zum Ausgang von Marcel Dupré (1886-1971) aus Improvisationen für Orgel   –   Nr. 3 spielte.
Durch die musikalische Gestaltung bekam der Abendgottesdienst den ihm gebührenden festlichen Charakter.

In seiner Predigt regte Pfarrer Knichel dazu an, weiter darüber nachzudenken, was es bedeutet, heilig gesprochen zu sein. Diesen Menschen ging es nicht um Glanz und öffentliche Anerkennung, sie wollten keine Helden sein, sondern viele von ihnen haben sich z. B. von einer guten sozialen Stellung in eine Situation der Armut begeben. Sie haben sich „eine Blöße gegeben“ und damit verwundbar gemacht, sie waren ganz sie selbst und konnten so Heil bringend wirken. Sie unterscheiden sich von den so genannten Helden, die sich eine „Rüstung anlegen“ und unverletzbar zu sein scheinen. Das Beispiel der Heiligen kann für uns Menschen orientierend sein.

M.S.

20. Dezember 2018, Mittagsmusik in der St. Matthäus-Kirche, Berlin-Tiergarten

In St. Matthäus am Kulturforum wird täglich - außer Montags - um die Mittagszeit eine Orgelandacht angeboten. An diesem Donnerstag war die Seniorenkantorei unter der Leitung von KMD Konrad Winkler eingeladen, sich am musikalischen Programm der Andacht zu beteiligen.

Pfarrer Dr. Wolfgang Rohl, Dekan i. R., begrüßte die Besucher und den Chor.
Organist Johannes Kersthold leitete ein mit Variationen zum Lied Sind die Lichter angezündet .
Danach wurde das Lied Mit Ernst, o Menschenkinder (Strophen 1-3: Valentin Thilo 1642; Strophe 4: Hannover 1657) im Wechsel vom Chor und den Andachtsbesuchern gesungen.

Pfarrer Rohl las aus Jesaja, Kapitel 42.

Vom Chor kamen anschließend zu Gehör:
Aus: Wolfgang Carl Briegel (1626-1712) Advents- und Weihnachtskantaten
- I   Vom Himmel hoch da komm ich her
- III Sei willkommen, sei willkommen, du edler, du edler Gast
- V  Lob, Lob, Lob Ehr sei Gott im höchsten Thron
Die Begleitung an der Truhenorgel hatte Kantorin i. R. Katharina Behrens übernommen.

Gemeinsam beteten wir das Vaterunser vor dem Segen.
Organist Kersthold beendete die Andacht mit Variationen zu Bewahre uns Gott, behüte uns Gott .

Es schloss sich für den Chor eine adventliche Zusammenkunft an, die diesmal eine besondere Form hatte.
In der nahe gelegenen Gemäldegalerie empfing Herr Christhart Neubert, Kunstbeauftragter der Evangelischen Kirche, den Chor und lud zu einer etwas ungewohnten Führung ein. Nach seinen Ausführungen zur Entstehung des Museums erschloss er im Dialog mit den Chormitgliedern zwei Gemälde des holländischen Malers Hugo van der Goes (1440-1482):
- Die Anbetung der Könige (um 1470) und
- Die Anbetung der Hirten (um 1480).
Sich in aller Ruhe und Detailtreue „nur“ zwei Gemälden zu widmen, war sicher für die meisten Anwesenden ein Gewinn.
Die Zusammenkunft klang aus in der Cafeteria des Museums, wo es noch lebhafte Gespräche gab.
Ein herzliches Dankeschön sei Lothar Wittkopf für die Vorbereitung des Besuches in der Gemäldegalerie gesagt.

M.S.

25. Dezember 2018, Gottesdienst in St. Marien, Berlin-Mitte

„Vom Himmel hoch, da komm ich her, und bring euch gute neue Mär“ - so verkündete es das Solo am Beginn des Gottesdienstes - und „Des, des lasst uns alle, alle fröhlich … sein“ - antwortete der Chor. Die Botschaft der heiligen Nacht wurde am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages in Texten, Predigt und Musik weiter erzählt. Superintendent Bertold Höcker und Pfarrerin Corinna Zisselsberger feierten in der festlich geschmückten Marienkirche zusammen mit der Gemeinde und der Ökumenischen Seniorenkantorei unter Leitung von KMD Konrad Winkler den Gottesdienst.

Die Seniorenkantorei sang drei Chorsätze aus
Advents- und Weihnachtskantaten von Wolfgang Carl Briegel (1626-1712):
- I Des, des lasst uns alle, alle fröhlich … sein
- III Sei willkommen, sei willkommen, du edler, du edler Gast
- V Lob, Lob, Lob Ehr sei Gott im höchsten Thron
Jeweils voraus ging eine Solo-Arie, die von Sopranistin Bettina Lotz gesungen wurde:
- I Vom Himmel hoch da komm ich her
- II Es ist der Herr Christ
- IV Er bringt euch alle Seligkeit

Der Chor wurde von vier Instrumentalisten und von Marienorganistin Martina Kürschner begleitet.

Im Verlauf des Gottesdienstes sang der Chor im Wechsel mit der Gemeinde:
Tochter Zion, freue dich, Melodie und Satz: Georg Friedrich Händel (1747) und
Gelobet seist du, Jesus Christ, Satz: K. Winkler (2016).

Superintendent Bertold Höcker predigte über den Prolog aus Johannes 1, 1-5.9-14, der mit den Worten beginnt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott …“. Er benannte verschiedene Übersetzungen des Wortes Logos und deutete, dass mit Logos die Liebe und damit letztlich der Sinn des christlichen Lebens gemeint ist.
Organistin M. Kürschner spielte zum Abschluss eine sehr beschwingte Phantasie über O du fröhliche und entließ so die Gottesdienstbesucher froh gestimmt in den 1. Weihnachtsfeiertag.
Für den Chor lag eine kleine süße Stärkung bereit. Herzlichen Dank!

M.S.